Zukunft Wald: Wie in Rödinghausen neuer Mischwald wächst

Am 10. April fiel im Wiehengebirge Ahlsen-Sonnenbrink der Startschuss für eine Aufforstungsmaßnahme, die regionales Engagement mit forstfachlicher Expertise verbindet: In Zusammenarbeit mit Feldwerk hat Häcker am mittleren Ahlser Berg eine Waldfläche von 1.250 Quadratmetern mit standortgerechten, heimischen Baumarten bepflanzen lassen. Ein Infoschild vor Ort zeigt an, wo sich die neu bepflanzte Fläche befindet und lädt dazu ein, sich mit dem Thema Wald auseinanderzusetzen.

Ziel der Aktion ist die Entwicklung eines Mischwaldes, der langfristig stabil ist und sich an veränderte klimatische Bedingungen anpassen kann.

Aufforstung am Ahlser Berg verbindet regionales Engagement, Sport und fachlich begleitete Waldentwicklung

Die Grundlage für diese Fläche wurde Anfang des Jahres gelegt – beim Häcker Silvesterlauf 2025 in Rödinghausen. Für jede Läuferin und jeden Läufer, die oder der das Ziel erreichte, wurde ein Quadratmeter Mischwaldpflanzung ermöglicht. Auf diese Weise kamen zunächst 550 m² zusammen. Um eine ökologisch tragfähige Waldstruktur zu realisieren, wurde die Fläche anschließend von Häcker um weitere 700 m² ergänzt.

„Für einen stabilen Wald braucht es nicht nur Engagement, sondern auch ausreichend Raum und eine durchdachte Zusammensetzung“, sagt Förster Peter Heidmeier, der das Projekt fachlich begleitet. „Erst dann kann sich ein belastbares Waldgefüge entwickeln.“

Gewusst, wie!

Eine besondere Herausforderung für die jungen Bäume stellt der lokal stark anwachsende Rehwildbestand dar. Um den Verbiss zu reduzieren, hat Peter Heidmeier einen guten Trick parat: „Wir markieren die Pflanzen mit gelben und blauen Papierbändern. Blau z. B. gehört zu den Farben, die Rehe gut wahrnehmen – und die sie eher meiden. So haben die markierten Bäume einen gewissen Schutz“, erklärt Heitmeyer. Besonders praktischer Nebeneffekt: Die neu gepflanzten Bäume lassen sich später sehr gut wiederfinden – eine wichtige Voraussetzung für den Erhalt, die Pflege und Kontrolle des heranwachsenden Baumbestands.

Ein Wald mit Narben

Die Fläche am Ahlser Berg ist geprägt von den Entwicklungen der letzten Jahre. Besonders der Fichtenbestand war von erheblichen Verlusten betroffen. Hauptursache war der Befall durch den Buchdrucker, eine Borkenkäferart. Zusätzlich hatte das Sturmtief Friederike im Jahr 2018 und die anhaltende Trockenheit zwischen 2018 und 2022 dem Wald stark zugesetzt.

„Wir haben hier nahezu den gesamten Fichtenbestand – also rund 100.000 Fichten – verloren“, erläutert Peter Heitmeyer. „Einige Baumarten wie Küstentanne oder Lärche haben den Befall allerdings gut überstanden.“

Der akute Schädlingsbefall gilt derzeit als überwunden. Die Fichte wird auch künftig Bestandteil des Waldes bleiben, jedoch eingebettet in eine vielfältigere Struktur, um Risiken besser zu verteilen.

Unterschiedliche Stärken, höhere Stabilität

Verschiedene Baumarten reagieren unterschiedlich auf Hitze, Trockenphasen, Sturmereignisse oder Schädlingsdruck. Diese Unterschiede erhöhen die Stabilität des Gesamtsystems, da Ausfälle einzelner Arten besser ausgeglichen werden können.

Positive Effekte auf Boden und Biodiversität

Ein artenreicher Wald trägt zudem dazu bei,

  • Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu schaffen,
  • Wurzelsysteme im Boden zu etablieren,
  • besser zu speichern und Nährstoffe zu binden.

Damit leistet der Mischwald einen Beitrag zur Bodenentwicklung und zur Funktionsfähigkeit des Ökosystems insgesamt.
 

Wir sagen Danke

Wir danken herzlich allen Beteiligten, insbesondere Feldwerk, unseren lokalen Förstern, der Familie Finkemeier sowie allen Läuferinnen und Läufern des Häcker Silvesterlaufs, die alle gemeinsam diese Aktion ermöglicht haben.

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