Die Frankfurter Küche:
Wie eine Einbauküche die Welt veränderte
Vor genau 100 Jahren erfand Margarete Schütte-Lihotzky mit der sogenannten „Frankfurter Küche“ die erste Einbauküche – eine präzise geplante, perfekt auf die damaligen Bedürfnisse und Erfordernisse ausgelegte Kleinküche, die ab 1926 zehntausendfach in Frankfurter Wohnungsbauprojekten eingesetzt wurde.
In ihrer Gestaltung spiegelt die Frankfurter Küche das wider, was auch uns antreibt: sorgfältige Planung, kompromisslose Qualität und die Überzeugung, dass gute Gestaltung das Leben bereichert.
Gehen Sie mit uns auf Entdeckungsreise: Tauchen Sie ein in die Welt des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts und erfahren Sie, wie wir das Frankfurter Prinzip heute denken und gestalten – mit unserer Limited Edition 1926.
Qualität kann so einfach sein.
Seit 1898 – Häcker Küchen.
Wie alles begann
Die Küche im Wandel
Häcker Limited Edition 1926
Von Rödinghausen nach Frankfurt: Eine Geschichte aus Qualität und Haltung
Häcker Gründungsjahr 1898: Anfänge, die bis heute prägen
Kurz vor der Jahrhundertwende, im Jahr 1898, eröffnet Hermann Häcker in Rödinghausen eine Schreinerei – zu einer Zeit, als zwischen Hobelbank und Leimtopf noch ausschließlich handgemachte Möbel und Bauteile für die Häuser und Höfe der Umgebung entstehen. Ein hohes Maß an Sorgfalt, handwerkliches Können und der Anspruch, den Alltag durch Gestaltung zu verbessern, prägen Häcker von Beginn an und legten den Grundstein für ein Unternehmen, das heute zu den Global Playern der Küchenbranche zählt – und als familiengeführter Betrieb jeden Tag für seine Werte einsteht: verlässlich, verantwortlich und vorbildlich.

1924: Ein blauer Punkt wird zum Symbol für Qualität
26 Jahre nach der Gründung von Häcker, im Jahr 1924, beginnt in der Nähe von Berlin eine andere Unternehmensgeschichte, die später mit der von Häcker zusammenwachsen wird. Im Jahr 1924, als in Deutschland der Rundfunk seine ersten Schritte machte, wurde in Berlin ein Unternehmen gegründet, das sich auf die Herstellung von Kopfhörern spezialisiert hatte. Jedes einzelne Stück wurde von den Technikern strengen Kontrollen unterzogen und mit einem Zeichen für besonders gute Qualität versehen, einem kleinen blauen Punkt. Es dauerte nicht lange, bis die Verbraucher begannen, nach Kopfhörern mit dem blauen Punkt zu fragen. Das Qualitätszeichen war so zur Marke und später zum Namen des Unternehmens geworden. Noch heute steht Blaupunkt weltweit für hervorragende Verarbeitung und modernste Technologie – als mehrfach ausgezeichnete Häcker Marke für Küchen-Einbaugeräte, die hochwertige Technik und ausgezeichnetes Design zu einem stimmigen Ganzen verbindet.
Frankfurt nach dem ersten Weltkrieg
Das Frankfurt der Nachkriegsjahre ist wie viele deutsche Großstädte, aufgrund von Kriegszerstörungen und jahrelang ausbleibendem Wohnungsbau von großer Wohnungsnot geprägt. Die Antwort darauf ist ein 1925 initiiertes Wohnungs- und Stadtentwicklungsprogramm, geleitet vom Stadtbaurat Ernst May, das in kurzer Zeit bezahlbaren Wohnraum schaffen soll: funktional konzipiert, kostengünstig realisierbar, angepasst an die Bedürfnisse der Menschen.
Die Erfindung der Frankfurter Küche – ein Meilenstein der Architekturgeschichte
1926 holt Ernst May eine Frau von Österreich nach Frankfurt, welche die erste standardisierte Einbauküche entwirft und damit Architekturgeschichte schreibt: Margarete Schütte-Lihotzky, die erste studierte Architektin Österreichs, analysiert Wege, Handgriffe und Arbeitsprozesse in der Küche und entwickelt daraus eine Architektur, deren ergonomische und funktionale Gestaltung bis heute vorbildlich ist. Das Ziel der Architektin ist es, auf wenigen Quadratmetern ein möglichst effizientes und angenehmes Arbeiten zu ermöglichen – ein Ansatz, der Epoche gemacht hat. Die Frankfurter Küche gilt als Archetyp der modernen Einbauküche, weil sie erstmals als einheitlicher und standardisierter Arbeitsraum geplant wurde: funktional, platzsparend sowie auf Effizienz und industrielle Serienproduktion ausgerichtet. Eine Küche, die uns bis heute inspiriert, wie unsere Limited Edition zeigt.
Frankfurter Küchenarchitektur: Wenn Details die Hauptrolle spielen
Von der Länge und Breite des Raums bis hin zu vielfältigen Details ist alles in der Frankfurter Küche bis ins kleinste Detail durchdacht. Hier ein paar Beispiele:
- Die charakteristischen Schütten erlauben den schnellen Zugriff auf täglich verwendete Lebensmittel.
- Unterfassgriffe sind nicht nur robust und langlebig, sondern auch leicht zu öffnen, ergonomisch konzipiert und leicht sauber zu halten.
- Die deckenhohe Planung macht jeden Quadratzentimeter des begrenzten Wohnraums nutzbar und schafft Stauvolumen.
- Auszugstablare erweitern im Handumdrehen die Arbeitsfläche und können flexibel jederzeit wieder eingeschoben werden – ganz nach Bedarf.
- Eine integrierte Abtropffläche aus Aluminium schafft den Platz, der beim Abwaschen benötigt wird, und punktet mit hygienischer, rostfreier Qualität.
Einen faszinierenden Rückblick gewährt Paul Wolffs Schwarz-Weiß-Film „Arbeitssparende Haushaltsführung durch Neues Bauen“ von 1927.
Holzauswahl mit Weitblick
Wie jedes Detail der Frankfurter Küche, so ist auch die Holzauswahl für Margarete Schütte-Lihotzky keine rein ästhetische Frage, wie sich an den Schütten zeigt. Da die Behältnisse nicht luftdicht verschlossen sind, sind sie der Gefahr ausgesetzt, dass sich hier Ungeziefer einnistet oder Schimmel entsteht. Mit ihrer Materialauswahl zeigt das Design der Frankfurter Küche Weitblick – durch die Verwendung von Eichen- und Kiefernholz. Der herbe Geruch des Eichenholzes schreckt Insekten ab, während Kiefernholz aufgrund seiner hydrophoben Eigenschaften dabei hilft, Schimmel- und Pilzbefall zu vermeiden.
Die Frankfurter Küche als Ausstellungsobjekt
Obwohl die Frankfurter Küche in großer Anzahl in Frankfurter Wohnobjekten realisiert wurde, sind heute nur noch wenige Exemplare erhalten. Über die Jahre ist sie zu einem begehrten Ausstellungsobjekt avanciert. Heute existiert nur noch ein restauriertes Exemplar an seinem Originalstandort: Es ist im Ernst-May-Haus zu sehen.
Die Bilder, welche auf dieser Seite hier zu sehen zu sind, zeigen eine rekonstruierte Frankfurter Küche aus der Designsammlung der TH Ostwestfalen-Lippe und des Lippischen Landesmuseums Detmold, die heute auf dem Detmolder Campus ihren festen Platz hat. Sie wurde 1928 in ein 3-Zimmer-Einfamilien-Reihenhaus der Frankfurter Siedlung „Römerstadt“ eingebaut und bis 1995 genutzt. Im Rahmen einer Hausrenovierung wurde sie anschließend ausgebaut und zwanzig Jahre später von der Detmolder Schule für Gestaltung unter der Leitung von Prof. Dr. phil. Andreas K. Vetter rekonstruiert.

Weitere Ausstellungsstücke der Frankfurter Küche sind an folgenden Orten zu finden:
Die Küche im Wandel
Im Laufe der folgenden Jahrzehnte entwickelte sich die Einbauküche weiter. Wenn Architektur ein Spiegel der Zeit und der Gesellschaft ist, so lässt sich auch an den Küchentrends ablesen, wie sich beides zusammen weiterentwickelt hat.
- Im Frankfurt von 1926 war kostengünstige Architektur ein Muss. So wurde die Küche etwa ohne Schrankrückseiten geplant, weil diese nicht unbedingt nötig waren – heutzutage kaum mehr vorstellbar!
- Elektro-Einbaugeräte halten Einzug: Die ursprüngliche Frankfurter Küche verfügte zwar über einen separat stehenden Backofen, aber noch nicht über einen elektrisch betriebenen Kühlschrank. Seitdem hat sich die Küchentechnik kontinuierlich weiterentwickelt: von frühen Elektrogeräten wie Kühlschrank, Einbauherd und Mixer über Gefrierschrank und Mikrowelle bis zu den jüngsten Errungenschaften der heutigen Zeit, wie Küchenmaschine, Induktionskochfeld, integrierter Dunstabzug oder Heißluftfritteuse.
- Vom separaten Funktionsraum zum Lebensmittelpunkt: Mit den Jahren öffnete sich die Küche und wurde zu einem wichtigen, sogar zentralen Ort des Zuhause. Offene Planungen mit Inseln, Theken und Ansetztischen zeigen, wie sehr sich die Küche verändert hat. Sie ist zu einem Ort geworden, an dem man zusammenkommt, verweilt und sich wohlfühlt – ein Raum für Alltag und Genuss, für Begegnung und Rückzug zugleich.
- Ästhetik im Wandel: Die Farbgebung der Frankfurter Küche war nicht nur pragmatisch gedacht. Ab 1928 versuchte man, die Atmosphäre im Arbeitsbereich durch hellere, frischere Farben wie Gelb, Türkis oder Tomatenrot angenehmer zu gestalten. Seitdem hat sich das Farbspektrum (mit über 2.000 NCS-Farben bei Häcker systemat) enorm erweitert. Auch seriell und individuell sind heute kein Gegensatz mehr. Denn in unseren Werken produzieren wir Küchen, die einfach einzigartig sind – dank einer breiten Auswahl an Gestaltungsoptionen, welche die individuellen Wünsche unserer Kund:innen wahr werden lassen.
Mehr zur Geschichte der Einbauküche
Häcker Limited Edition: 1926 – Neu gedacht
Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Einbauküche möchten wir nicht nur auf die Frankfurter Küche zurückblicken, sondern sie auch würdigen – mit unserer „Limited Edition 1926“, einer modernen Interpretation der Frankfurter Küche, die ausschließlich im Jubiläumsjahr 2026 bestellbar ist. Ihr Markenzeichen? Eine zeitgemäße und traditionsbewusste Planung, in der Ästhetik, Ergonomie und Funktionalität eins werden.
Qualität kann so einfach sein.
Frankfurter Flair in authentischen Farben
Als Hommage an die Frankfurter Einbauküche bietet die Häcker Limited Edition 1926 eine kuratierte Auswahl aus sechs Frankfurter Originalfarbtönen: Forum-Gelb, Heidenfeld-Grau, Burgfeld-Grün, Camillo-Blau, Hadrian-Blau, Römerstadt-Blau.







Die Farbbezeichnungen spiegeln ihre Fundorte in verschiedenen Straßen Frankfurts wider. Ergänzt wird diese Farbpalette durch Panorama-Blau – eine Häcker Exklusivfarbe, welche auf die historischen Blautöne der 1920er Jahre Weise anspielt, diese aber mit einer modernen Nuance versieht.
Entdecken Sie Farben, die Geschichte erzählen – charmant, authentisch und vielfältig.
Besondere Features ohne Aufpreis, die den Alltag erleichtern
Die Küchen unserer Limited Edition sind mit einem Ausziehtisch ausgestattet, der im Handumdrehen die Arbeitsfläche vergrößert – ein mobiles Element, das schon in der originalen Frankfurter Küche für Flexibilität sorgte. Die Trittleiter „Stepfix“ stellt sich ebenfalls in diese Tradition, denn bereits in den zwanziger Jahren war es wichtig, den Stauraum der deckenhohen Schränke nutzen zu können. Die Klappleiter lässt sich mühelos im Auszug verstauen – damit auch in kleinen Küchen alles seinen festen Platz hat.
Traditionsbewusstsein, modern geplant
Unsere Limited Edition nimmt zahlreiche Merkmale der Frankfurter Küche auf und bettet sie in eine Planung ein, die historischen Charme mit einer zeitgemäßen Gestaltung verbindet.
- Glasoberschränke zitieren ein zentrales Motiv der Frankfurter Küche. Rillenglas ersetzt das ursprünglich verwendete Klarglas und verleiht der Idee von Transparenz mehr Tiefe, weiches Licht und eine zeitgemäße Balance aus Offenheit und Wohnlichkeit.
- Wie beim Original ist Lack auch heute Ausdruck von Hygiene und Funktion. Unsere Limited Edition setzt auf widerstandsfähigen Mattlack, der mit langlebiger Eleganz punktet.
- Der Fliesenspiegel übernimmt ein wesentliches Detail der Frankfurter Küche und verbindet funktionale Klarheit mit moderner, reduzierter Ästhetik.
- Wie die Frankfurter Küche ist auch unsere Edition auf Alltagstauglichkeit ausgelegt. Ein warmes Holzdekor in Eiche-elegant – als Arbeitsfläche und im Schrankinneren – verbindet robuste Langlebigkeit mit unkomplizierter Pflege.
Moderne Blaupunkt-Weinkühlung gepaart mit maximalem Bedienkomfort
Nicht nur im Frankfurt der Nachkriegszeit, sondern auch heutzutage ist platzsparende Einrichtung ein Thema. Wer zum Essen gerne Wein genießt oder damit kocht, findet in der Blaupunkt Weinschublade ein sehr kompaktes Weinkühlgerät, in dem bis zu fünf Flaschen Platz finden. Das mit dem Red Dot Award ausgezeichnete Weinkühlgerät verbindet minimalistisches Design mit funktionaler Eleganz und sorgt dank seiner elektronischen Öffnung für maximalen Komfort im Alltag – eine zeitgemäße Interpretation des Frankfurter Ergonomieprinzips.

Die Frankfurter Küche lebt weiter: in unserer Limited Edition 1926. Entdecken Sie die Jubiläumsedition, solange sie verfügbar ist – unsere Küchenexpert:innen beraten Sie gerne.

Ein herzliches Dankeschön
Unser besonderer Dank gilt der TH Ostwestfalen‑Lippe sowie dem Lippischen Landesmuseum Detmold für die freundliche Genehmigung der Bild‑ und Videoaufnahmen. Darüber hinaus danken wir Prof. Dr. Vetter herzlich für seine fachkundige Begleitung, seinen wertvollen Rat und seine große Unterstützung während des Projekts. Wir möchten uns zudem sehr herzlich bei den Erben von Margarete Schütte‑Lihotzky für die Zustimmung zur werblichen Nutzung ihres Porträts sowie der Bild‑ und Filmaufnahmen der Frankfurter Küche bedanken.













