Küche planen: Schritt für Schritt zur Küche, die zu Ihnen passt

Der Traum von der neuen Küche beginnt oft mit einer großen Frage: Wo fange ich an? Stile, Formen, Farben, Geräte – am Anfang scheint alles gleichzeitig wichtig. Dabei wird die Planung leichter, als sie aussieht, wenn Sie die Schritte in der richtigen Reihenfolge gehen.

Dieser Ratgeber führt Sie vom ersten Aufmaß bis zum Beratungstermin. Sie erfahren, welche Maße und Abstände zählen, wie Sie Stauraum und Licht rechtzeitig mitdenken und was Sie zum Gespräch mit Ihrem Fachhändler mitbringen sollten.

So läuft die Küchenplanung ab

Häcker produziert individuell und auftragsbezogen. Der Weg zu Ihrer Küche führt über drei Etappen: Sie finden einen Häcker Fachhändler in Ihrer Nähe, planen gemeinsam Design, Materialien und Ausstattung – der Fachhändler übersetzt Ihre Wünsche in einen Küchenplan –, und am Ende wird die Küche fachgerecht eingebaut. Die Lieferzeit klären Sie direkt mit Ihrem Fachhändler.

Unser wichtigster Tipp vorab: Arbeiten Sie sich vom Groben ins Feine vor. Erst Raum, Form und Abläufe, dann Stauraum und Licht, zuletzt Fronten, Farben und Griffe. So bauen die Entscheidungen sinnvoll aufeinander auf.

Planen Sie neu oder sanieren Sie? Dann gehört die Küche in die Planung, bevor Elektro- und Wasserleitungen verlegt werden. So sitzen Steckdosen, Anschlüsse und Lichtauslässe später genau dort, wo die Küche sie braucht. Einfach mehr Zeit nehmen.

Schritt 1: Raum aufnehmen und Wünsche sammeln

Am Anfang stehen die Maße. Messen Sie Wandlängen und Raumhöhe und notieren Sie, wo Fenster, Türen, Heizkörper und vorhandene Anschlüsse liegen. Fotos aus mehreren Blickrichtungen helfen später im Gespräch.

Genauso wichtig sind Ihre Gewohnheiten:

  • Wer kocht, wie oft und für wie viele Personen?
  • Soll in der Küche auch gegessen, gearbeitet oder mit Gästen gefeiert werden?
  • Welche Geräte sollen hinein, welche übernehmen Sie?
  • Was stört Sie an Ihrer jetzigen Küche, was möchten Sie unbedingt behalten?

Sammeln Sie außerdem Bilder von Küchen, die Ihnen gefallen – und von solchen, die Ihnen nicht gefallen. Beides zeigt Ihrem Fachhändler schnell, wohin die Reise geht. Und legen Sie einen Budgetrahmen fest, den Sie im ersten Gespräch nennen: Dann plant Ihr Fachhändler von Anfang an passend.

Schritt 2: Die passende Küchenform finden

Die Küchenform ist die Grundlage der ganzen Planung. Sie bestimmt, wie gut Sie den Raum nutzen und wie kurz Ihre Wege im Alltag sind. Welche Form passt, hängt von Grundriss, Fenstern, Türen und Ihren Gewohnheiten ab. Einen ausführlichen Überblick gibt unser Beitrag zu den Küchenformen.

Küchenzeile und zweizeilige Küche

Bei der Küchenzeile stehen alle Elemente an einer Wand. Die Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche (AMK) nennt sie eine gute Lösung für kleine Räume und Wohnungen und rät, Hochschränke einzuplanen, um den Platz in der Höhe zu nutzen. Die zweizeilige Küche verteilt die Arbeitsbereiche auf zwei gegenüberliegende Zeilen; die zweite Zeile kann in offenen Grundrissen auch Raumteiler sein. Zwischen den Zeilen sollten laut AMK mindestens 120 Zentimeter frei bleiben.

Küche mit Theke

Eine Theke oder Halbinsel verbindet die Küche mit dem Wohnbereich, ohne dass die Theke ringsum frei stehen muss. Sie bietet einen Sitzplatz für ein schnelles Frühstück und zusätzlichen Stauraum, zum Beispiel in beleuchteten Glasschränken unter der Arbeitsplatte.

L-Form, U-Form und G-Form

Die L-Form nutzt zwei aneinandergrenzende Wände. Die AMK beschreibt sie als platzsparende Lösung, die trotzdem viel Stauraum bietet – vor allem, wenn die Ecke mit einer passenden Schranklösung genutzt wird. Die U-Form nimmt drei Wände ein und schafft eine große Arbeits- und Abstellfläche. Mit einer zusätzlichen Halbinsel wird daraus die G-Form; sie eignet sich nach der AMK gut für eine offene Planung zum Wohnbereich.

Kücheninsel

Die Kücheninsel ist Arbeitsfläche, Stauraum und Treffpunkt zugleich. Sie braucht allerdings Platz: Die AMK nennt eine Fläche von mindestens 15 Quadratmetern und rund um die Insel mindestens 120 Zentimeter Abstand zu den übrigen Schränken. Wie Sie Maße, Sitzplätze und Geräte an der Insel planen, zeigt unser Beitrag zur Kücheninsel.

Schritt 3: Arbeitsabläufe und Ergonomie planen

Eine gute Küche spart jeden Tag Wege und schont den Rücken. Auf diese vier Punkte kommt es dabei an.

Fünf Zonen für kurze Wege

Die AMK teilt die Küche in fünf Zonen: Bevorraten, Aufbewahren, Spülen, Vorbereiten sowie Kochen und Backen. Sinnvoll angeordnet, liegen Lebensmittel, Geschirr und Kochgeschirr dort, wo sie gebraucht werden. Geschirr und Besteck gehören zum Beispiel in die Nähe von Spüle und Geschirrspüler, Gewürze, Öl und Messer zur Vorbereitung. Die Vorbereitungsfläche ist Ihre Hauptarbeitsfläche – die AMK empfiehlt dafür mindestens 90 Zentimeter Breite.

Die richtige Arbeitshöhe

Niemand sollte sich zum Schneiden krümmen. Nach der Empfehlung der AMK liegt die Arbeitsplatte etwa 10 bis 15 Zentimeter unter Ihrer Ellenbogenhöhe. Das Kochfeld darf tiefer liegen, weil dort der Topfrand die eigentliche Arbeitshöhe bildet.

Bei Häcker lässt sich die Arbeitshöhe gut auf Sie abstimmen. In concept130 gibt es Unterschränke in 71,5 cm und 78 cm Korpushöhe, als Ergänzung auch in 84,5 cm. In systemat stehen Unterschränke in drei, Oberschränke in sechs und Hochschränke in acht Höhen zur Wahl. Zusammen mit Sockel und Arbeitsplatte ergibt sich daraus Ihre persönliche Arbeitshöhe.

Geräte auf Greifhöhe

Backofen und Geschirrspüler auf Greifhöhe ersparen das Bücken bei jedem Blech und jedem Teller. Ist nur Platz für ein hoch eingebautes Gerät, empfiehlt die AMK dasjenige, das Sie am häufigsten nutzen.

Genug Bewegungsfreiheit

Zwischen gegenüberliegenden Zeilen und rund um eine Insel sollten mindestens 120 Zentimeter frei bleiben. Achten Sie im Plan außerdem darauf, wohin Türen und Auszüge aufgehen: Eine Backofentür, die an die Insel stößt, fällt sonst erst in der fertigen Küche auf. Einfach mehr Alltag genießen.

Schritt 4: Stauraum durchdacht verteilen

Viel Stauraum hilft wenig, wenn er schwer zu erreichen ist. Diese Lösungen machen den Inhalt Ihrer Schränke übersichtlich:

  • Auszüge statt Türen: Schubkästen lassen sich von oben einsehen. Innenorganisation, Besteckeinsätze oder zusätzliche Schubkästen im Auszug sorgen für Ordnung bis in die Tiefe.
  • Ecken nutzen: Bei der Ecklösung LeMans lassen sich die Auszüge nach dem Öffnen der Tür von Hand und unabhängig voneinander nach vorne schwenken.
  • Platz für Küchenmaschinen: Der Qanto in der Ecke der Arbeitsplatte fährt auf Knopfdruck nach oben, inklusive Stromversorgung – ein Platz für Thermomix, Espressomaschine oder Brotbackautomat.
  • Vorräte im Hochschrank: Der Apothekerschrank ist ein schmaler, raumhoher Auszug, der sich von beiden Seiten erreichen lässt. Beim Tandem-Schwenkauszug schwenken die Tablare mit der Tür heraus, der ganze Inhalt steht dann vor Ihnen.
  • In die Höhe planen: Hochschränke gibt es bei Häcker bis 234 Zentimeter Höhe.
  • An Sperriges denken: Für Backbleche, Vorratsdosen oder Getränkekisten gibt es eigene Schranklösungen.

Mehr Ideen finden Sie in unseren Beiträgen zum Apothekerschrank, zum Eckschrank in der Küche und zur Küchenorganisation.

Tipp: Planen Sie in der Nähe des Esstischs einen Platz für das ein, was dort gebraucht wird – Servietten, Spiele, Malsachen der Kinder. So hat auch das seinen festen Platz in Reichweite. Einfach mehr Platz haben.

Schritt 5: Das Licht planen

Licht entscheidet mit darüber, ob Sie auf der Arbeitsplatte genug sehen und ob Sie abends gern in der Küche sitzen bleiben. Planen Sie deshalb drei Ebenen: ein Grundlicht für den Raum, gezieltes Arbeitslicht über Arbeitsplatte, Kochfeld und Spüle und ein Akzentlicht für die Stimmung. Für die Arbeitsfläche empfiehlt licht.de, die Brancheninitiative der Lichtwirtschaft, 500 bis 650 Lux.

Wichtig für den Zeitplan: Beleuchtete Kehlleisten, Regalböden und Unterbauleuchten lassen sich je nach Ausführung über den Lichtschalter, eine Fernbedienung oder das Smart Home steuern – das hängt von der Steckdosenplanung im Raum ab. Deshalb gehört das Licht früh ins Planungsgespräch. Welche Lichtfarbe wohin passt und welche Leuchten es gibt, zeigt unser Ratgeber zur Küchenbeleuchtung.

Schritt 6: Fronten, Farben und Arbeitsplatte wählen

Erst wenn Form, Abläufe und Stauraum stehen, geht es an die Optik. Die Fronten bestimmen, wie Ihre Küche aussieht. Diese Materialien finden Sie bei Häcker:

  • Lack: matt oder glänzend, glatt oder als Rahmenfront. Bei concept130 gehört Lack von Anfang an zum Programm. Für ausgewählte Mattlackfronten von systemat, darunter AV 6000 und AV 5065, stehen über 4.000 Farben aus NCS, RAL Classic und RAL Design System plus zur Wahl.
  • Holzoptik: Dekore wie DAVOS Feineiche oder TESSIN Walnuss bringen die Anmutung von Holz in die Küche.
  • Schichtstoff: zum Beispiel AURA in Uni-Farben oder ATRIUM in Granitoptik.
  • Echtholzfurnier und Steinfurnier: echtes Holz und echter Stein, hauchdünn als Furnier verarbeitet.
  • Polymerglas, Linoleum und Metalliclack: Flächen mit eigenem Charakter, von matt bis metallisch schimmernd.

Wie Farbe Ihre Küche verändert, zeigt unser Beitrag zur bunten Küche.

Die Arbeitsplatte gibt es in allen Dekoren in 25 und 40 Millimetern Stärke, offene Regale auch in Arbeitsplattenfarbe. Sehen Sie Front, Arbeitsplatte und Griff immer zusammen an – am besten als Muster bei Ihrem Fachhändler und bei dem Licht, das später in Ihrer Küche herrscht.

Schritt 7: Anschlüsse und Dunstabzug abstimmen

Legen Sie gemeinsam mit Ihrem Fachhändler fest, wo Strom, Wasser und Abluft liegen müssen, und geben Sie diese Positionen an Elektriker und Installateur weiter, bevor gefliest wird. Diese Punkte gehören auf die Liste:

  • Elektroanschluss für Kochfeld und Backofen an der geplanten Position, nach den Angaben der gewählten Geräte
  • ausreichend Steckdosen über der Arbeitsplatte und, wenn dort gearbeitet wird, in der Insel
  • Strom für Lösungen wie den Qanto oder beleuchtete Schränke
  • Wasser- und Abwasseranschluss an der Spüle, inklusive Geschirrspüler
  • Leitungen, Schalter und Dimmer für die Beleuchtung
  • Abluft nach außen oder Platz für den Umluftbetrieb

Welcher Dunstabzug passt?

Beim Abzug gibt es mehrere gleichwertige Wege, die sich in Optik und Einbau unterscheiden:

  • Wand- oder Inselhaube: Sie hängt über dem Kochfeld und wird selbst zum Gestaltungselement.
  • Kochfeld mit integriertem Dunstabzug: Der Abzug ist im Kochfeld eingelassen, über der Insel bleibt der Blick frei. Wie das funktioniert, erklärt unser Beitrag zum Abzug im Kochfeld.
  • Deckenlüfter: Er ist in die Decke eingelassen und hält auch den Raum über der Insel frei. Mehr dazu im Beitrag Deckenlüfter.

Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt vom Grundriss, von der Raumhöhe und davon ab, ob Abluft nach außen möglich ist oder Umluft geplant wird.

Checkliste: Das sollte vor der Bestellung feststehen

Gehen Sie den Plan vor der Bestellung noch einmal mit diesen Fragen durch:

  • Ist zwischen Spüle und Kochfeld genug zusammenhängende Arbeitsfläche, nach AMK mindestens 90 Zentimeter?
  • Gibt es neben Backofen und Kochfeld eine Abstellfläche für heiße Bleche und Töpfe?
  • Reichen die Steckdosen für Wasserkocher, Kaffeemaschine, Küchenmaschine und Ladegeräte?
  • Ist die Ecke mit einem passenden Auszug geplant?
  • Kollidieren Türen und Auszüge, wenn zwei gleichzeitig offen stehen?
  • Hat die Mülltrennung ihren Platz, zum Beispiel unter der Spüle?
  • Passt die Planung auch, wenn sich in den nächsten Jahren etwas ändert – Kinder, Homeoffice, Gäste?

Den Beratungstermin gut vorbereiten

 

Je besser vorbereitet Sie in den Termin gehen, desto konkreter wird die erste Planung. Bringen Sie mit, was Sie haben – vollständig muss es nicht sein:

  • einen Grundriss mit Maßen, Fenstern, Türen, Heizkörpern und Raumhöhe
  • Fotos des Raums und die Position vorhandener Anschlüsse
  • Bilder von Küchen, die Ihnen gefallen und die Ihnen nicht gefallen
  • eine Liste der Geräte, die Sie übernehmen möchten
  • Ihre Kochgewohnheiten in Stichworten und Ihren Budgetrahmen

Einen ersten Entwurf können Sie vorab selbst anlegen. Der Küchenplaner von Häcker läuft kostenlos und ohne Anmeldung im Browser, auf PC, Tablet und Smartphone. Sie können bis zu drei Entwürfe speichern, ausdrucken und gemeinsam mit einem Häcker Fachhandelspartner weiterentwickeln.

Fazit: Vom Groben ins Feine

Der wichtigste Rat zur Küchenplanung ist zugleich der einfachste: Erst Raum und Form, dann Abläufe, Stauraum und Licht, zuletzt Fronten und Farben. Nehmen Sie sich Zeit für die Entscheidungen, die sich später kaum ändern lassen – Anschlüsse, Arbeitshöhe und Wege. Farbe und Griff können Sie bis kurz vor der Bestellung offenhalten; die Position des Wasseranschlusses legen Sie dagegen früh fest.

Lassen Sie sich beim nächsten Schritt begleiten: Über die Händlersuche finden Sie einen Häcker Fachhändler in Ihrer Nähe, der Sie zu Planung, Fronten und Materialien berät. Wie der Weg von der Idee bis zum Einbau aussieht, beschreibt die Seite Küche kaufen.

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