
Serie Comfort Food: Shakshuka
Genuss aus dem Knast
Es sind die scheinbar einfachen Gerichte, die unsere Herzen wärmen, unsere Bäuche mit Genuss füllen und uns in ferne Welten wegträumen lassen. WORK erzählt von Comfort Food, bei dem uns das Wasser im Mund zusammenläuft. Dieses Mal geht es um „Shakshuka“.

Shakshuka kann man zu jeder Tageszeit essen – zum Frühstück wie in Israel, mittags, abends. Eigentlich gilt Shakshuka als eine Art israelisches Nationalgericht, dabei ist sie in ganz Nordafrika und dem Nahen Osten beliebt. Der Name stammt aus Berber-Sprachen und bedeutet „Mischung“. Aber auf diese Mischung kommt es an. Im Grunde sind es in scharf gewürzter Tomatensauce pochierte Eier, die Genussmenschen so in Wallung bringen. Shakshuka hat vom israelischen Jaffa aus einen Siegeszug um den Erdball angetreten. In Cafés und Restaurants weltweit findet sich die ebenso rustikal-einfache wie herzerwärmende Shakshuka.
Wie der Mythos entstand
Wesentlich dafür verantwortlich ist Yosef Binyamin („Bino“) Gabso, als Sohn libyscher Eltern in Jaffa geboren und heute als „Dr. Shakshuka“ eine Berühmtheit. Obwohl jeder mit wenigen Zutaten eine Shakshuka zubereiten kann, hat der geschäftstüchtige Gabso einen Kult daraus gemacht. Sein Vater hatte einst ein Restaurant eröffnet und verdiente sich ein Zubrot als illegaler Geldwechsler. Sohn Bino half bei beiden Geschäften und jedes Mal, wenn ein Geldwechsel geklappt hatte, kochte der Vater dem Sohn angeblich eine Shakshuka. Bis der erwischt wurde und 15 Monate ins Gefängnis musste. Dort machte er sich rasch unter den Mithäftlingen beliebt – er kochte die Shakshuka seines Vaters für sie. Und weil die so lecker war, gaben sie ihm den Spitznamen „Dr. Shakshuka“ – eine Legende war geboren.
Die heilige Pfanne
Bino Gabso selbst sagt, seine Shakshuka sei so gut, weil er immer dieselbe Pfanne verwende. Die ist ihm heilig, und wenn sie bei der Zubereitung von einer fremden Hand berührt wird, wirft er das Essen weg. Ansonsten verwendet er wie andere Köche auch frische grüne Peperoncini und Knoblauch, dazu kräftig unter anderem mit Anis gewürzte Merguez-Würstchen (wobei es auch vegetarische Varianten gibt). Dazu kommen Tomaten und Salz und Shatta, eine palästinensische Chilisauce. Auf dieses aromatische Bett werden die Eier gegeben und das Eiweiß nach einer Minute mit der Sauce verrührt, damit es stockt, während das Eigelb flüssig bleibt. Und fertig. Gegessen wird die Shakshuka am besten ohne Besteck mit Fladenbrot, das man direkt eindippt. Danach geht es einem einfach gut.
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Photo: © Brent Hofacker/Alamy Stock Foto



